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Ethik in der Pflegeforschung

Pflegeforschung beschäftigt sich in erster Linie mit Fragen zum Thema Leben mit Krankheit, Krankheitsbewältigung und pflegerischer Interventionen. Die ForschungsteilnehmerInnen weisen meist, aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkung, ihres Alters oder der erhöhten Abhängigkeit von anderen, eine erhöhte Vulnerabilität auf. Zumal ist die Teilnahme an Forschung mit (mehr oder weniger hohen) physischen und psychischen Risiken verbunden. Daher ist die Entwicklung ethischer Sensibilität im Forschungsprozess und das Einhalten ethischer Richtlinien eine wichtige Grundlage für verantwortungsvolle, menschenwürdige Forschung.   

Laut ICN (International Council of Nursing) sind ethische Prinzipien und Respektierung der Menschenrechte aller Menschen die Grundlagen der Pflegepraxis und Pflegeforschung.

6 Ethische Prinzipien

  • Beneficence („Gutes tun“)
  • Non-maleficence („keinen Schaden zufügen“)
  • Fidelity (Redlichkeit)
  • Justice (Gerechtigkeit)
  • Veracitiy (Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit)
  • Confidentiality (Vertraulichkeit)

4 Rechte des Subjekts in Bezug auf Teilnahme an Forschung

  • Das Recht nicht Schaden zu erleiden
  • Das Recht auf vollständige Aufklärung
  • Das Recht auf Entscheidungsfreiheit (Teilnahme)
  • Das Recht auf Privatsphäre, Anonymität, Vertraulichkeit    

Dies sind die Grundlagen auf denen ethisch verantwortungsvolle Forschung basiert.  Die Informierte Zustimmung der TeilnehmerInnen (Informed Consent) ist ein zentrales Element, jedoch nicht das einzige Prinzip, das es zu beachten gilt.   

Ethical Guidelines for Nursing

Forschungsethische Prinzipien

 

Informed Consent:

Informationsvorlage*    
    (mit Beispielen aus einem bereits durchgeführten Projekt)     
Einverständniserklärung*

Die Informierte Zustimmung (Informed Consent) ist die bewusste Zustimmung einer Person (oder ihres gesetzlichen Vertreters) als Proband an einem Forschungsprojekt teilzunehmen. Grundsätzlich ist bei jedem Forschungsvorhaben eine solche Zustimmung in schriftlicher (in Ausnahmefällen in mündlicher, z.B. in Zuge eines Interviews auf Tonband aufgezeichneter) Form einzuholen. Dem Informed Consent geht immer eine ausführliche mündliche und schriftliche Information voraus, die je nach Forschungsprojekt in Zeitpunkt, Ausmaß und Inhalt unterschiedlich zu gestalten ist, einige zentrale Elemente sind jedoch immer zu beachten.
Laut Schnell und Heinritz (2006) ist eine Zustimmung nur unter folgenden Voraussetzungen gültig:

  • Der potentielle Proband muss ausreichend über das Forschungsprojekt informiert werden.
  • Er muss ausreichend Zeit und Beratungsmöglichkeit haben, um seine Meinung bilden zu können.
  • Für unmündige oder bewusstlose Probanden ist die informierte Zustimmung durch seine Eltern oder seinen gesetzlichen Vormund erforderlich. Sofern möglich, müssen sie in angemessener Weise über das Forschungsvorhaben informiert werden und ebenfalls die Möglichkeit erhalten, ihrer Mitwirkung zuzustimmen oder diese abzulehnen.
  • Die Zustimmung darf nicht durch Gewalt, Zwang, Betrug oder Täuschung herbeigeführt werden.

 


* Schnell M.W./Heinritz C. (2006): Forschungsethik. Ein Grundlagen- und Arbeitsbuch für die Gesundheits- und Pflegewissenschaft. Bern: Huber.

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